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Ruland (SPD): „Bahn muss in Sachen Lärmschutz endlich handeln!“

Veröffentlicht am 02.10.2015 in Pressemitteilung

Gemeinsames Treffen mit Clemens Hoch (Staatssekretär) und Rolf Papen (Wir gegen Bahnlärm)

Wahlkreis/Mainz. Obgleich die Bahninfrastruktur in der Region einen wesentlichen Standortfaktor sowohl für die Menschen vor Ort als auch für die regionale Wirtschaft darstellt, kommt es immer wieder und in letzter Zeit verstärkt zu zahlreichen Beschwerden wegen Lärmbelästigung seitens vieler Bürgerinnen und Bürger. Aus diesem Grund trafen sich unlängst der Andernacher Landtagsabgeordnete Marc Ruland und der Chef der Staatskanzlei, Clemens Hoch, mit dem ersten Vorsitzenden der Bürgerinitiative „Wir gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm e.V.“, Rolf Papen.

Dabei schilderte Papen insbesondere die Betroffenheit zahlreicher Anlieger an Bahnstrecke: „Was wir aufgrund des inzwischen massiv angewachsenen Güterzugverkehrs an Lärm und Erschütterungen als Bahnanwohner ertragen müssen, ist so nicht mehr hinnehmbar. Tag und Nacht, an Sonn und Feiertagen rasen Züge mit über 100 Dezibel durch Andernach und Weißenthurm. Zusätzlich ist es vor dem Hintergrund von 262 Zugentgleisung und 350 Kollisionen alleine im Jahr 2013 nicht mehr zu verantworten, dass Güterzüge, sehr oft mit hochgefährlichen Gütern beladen, mit bis zu 120 km/h durch unsere Wohnbereiche rasen dürfen“, so Papen. „Derzeit passieren 250 Züge rechtsrheinisch und rund 300 Züge linksrheinisch alle 24 Stunden unsere Region!“ Wie diese Entwicklung sich nach der Öffnung des St. Gottardt-Tunnels im nächsten Jahr fortsetzen wird, wenn dann täglich 700 Züge durch das untere Mittelrheintal donnern, davon haben die Menschen auf der linken Rheinseite aufgrund der rechtsrheinischen wochenlangen Bauarbeiten im August und September einen Vorgeschmack bekommen: Güterzüge, die hintereinander im Drei-Minuten-Abstand fahren! Dies bedeutet insbesondere in der Nacht bis zu 40 Zugbewegungen in der Stunde, mit verheerenden Folgen für die Menschen, die Natur und die Umwelt.

Dabei sei jedoch klar: „Zu viel Lärm ist gesundheitsschädlich, macht auf Dauer krank und verursacht psychischen und körperlichen Stress. Man muss sich bloß einmal vorstellen, dass viele der Züge mit einer Lautstärke von über 100 Dezibel durch unser Land fahren. Das entspricht Werten, wie sie von einem Düsenflugzeug ausgehen“, so Ruland. Clemens Hoch wies zugleich darauf hin, dass die Betroffenen keine „egoistischen Wutbürger“ seien: „Uns allen ist klar, welche Bedeutung die Bahn für unser aller Wohlstand und für die Mobilität in einem Flächenland hat. Dennoch verfügen alle Bürgerinnen und Bürger über das Recht, gemeinsam mit ihren Freunden und Familien in Ruhe leben zu können. Auch in Zeiten zunehmenden Güterverkehrs und globalen Handels ist ein solches Maß an Lärm eben kein ‚notwendiges Übel’“, so Hoch weiter.

„Es ist an Politik und Zivilgesellschaft gleichermaßen, sich für eine Beruhigung der gegenwärtigen Situation starkzumachen. Deshalb haben wir als Fraktion im Andernacher Stadtrat einen Antrag eingebracht, der die Verabschiedung einer Bahnlärm-Resolution seitens der Stadt zum Ziel hat und zugleich zur verbesserten Information auf die Einladung von Betroffenen in eine der nächsten Ratssitzungen abzielt“, so Ruland abschließend. 

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