Mendig gedachteder Opfer beider Weltkriege

Mendig. „60 Millionen Tote übersteigen jede Vorstellungskraft“ - mit diesen Worten verdeutlichte Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel das Ausmaß der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs. Gleichermaßen gedachten viele Mendiger Bürgerinnen und Bürger der Opfer des Ersten Weltkriegs sowie der Soldaten, die in jüngster Zeit auch in Afghanistan ihr Leben ließen. Es war eine authentische Gedenkstunde, in der das Stadtoberhaupt dazu aufforderte, jedem Ansatz von Rassismus und Unterdrückung die Stirn zu bieten. Vanessa Esper, Schülerin der Realschule Plus, stellte als Juniorin die Frage „Was ist Frieden?“ und erinnerte an die Verbrüderung zwischen den befeindeten Schützenkämpfern in der denkwürdigen Heiligen Nacht 1914 während des Ersten Weltkriegs, als die Waffen für kurze Zeit schwiegen: „Es war ein Waffenstillstand, der in die Geschichte einging. Wenn der Mensch es wirklich will, hat jede Feindseligkeit ein Ende."
Der Landtagsabgeordnete Marc Ruland gedachte in seiner Rede der vielen Opfer der Kriege und der Bürgerkriege der heutigen Zeit sowie der Opfer von politischer Verfolgung und Terrorismus und erwähnte namentlich die beiden Mendiger Widerstandskämpfer Pfarrer Bechtel und Kaplan Schlicker sowie die Michaelstruppe, eine 50-köpfige Widerstandsgruppe, die 1942 von zwei 15-jährigen Schülern des Stiftsgymnasiums Kurfürst Salentin ins Leben gerufen wurde und sich auf eine bewaffnete Auseinandersetzung nach Kriegsende vorbereitete. 1943 wurden Willi Lohner aus Mendig, Hans-Clemens Weiler aus Kruft und weitere Mitglieder verhaftet. Lohner und Weiler überlebten das Konzentrationslager, waren aber gesundheitlich geschwächt. Marc Ruland erläuterte: „Nicht ohne Grund habe ich die Geschichte der Salentin-Schüler der Michaelstruppe ausgewählt. Blicken wir heute auf dieses Gymnasium – und dies gilt für viele Schulen in unserem Land – so leisten sie mit Zeitzeugengesprächen und ihren vielfältigen Initiativen einen wichtigen Beitrag zum Erinnern. Aber nicht nur das: Es ist bemerkenswert, wie groß das Engagement unserer Schulen für Demokratie, für Toleranz und gegen Rassismus ist. Wir sind verantwortlich dafür, was aus unserer Geschichte wird. Lassen Sie uns in diesem Sinne die Erinnerung wach halten und aktiv gedenken.“ Den musikalischen Rahmen gestalteten die Schützenkapelle Mendig und der Männergesangsverein Mendig e.V. Die Gedenkstunde fand mit der Kranzniederlegung am Ehrenmal durch Gerry Frank vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel und der gemeinsam angestimmten Nationalhymne ihren würdigen Abschluss.
Quelle Blick aktuell