
SPD-Landtagsabgeordneter zu Gast bei „neuer“ Arbeitsagentur Koblenz-Mayen
Wahlkreis/Mainz. Die Beschäftigungsentwicklung im Landkreis und die Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt – darum ging es Marc Ruland, MdL bei seinem Besuch der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. Im Gespräch mit der Vorsitzenden der Geschäftsführung, Frau Ulrike Mohrs, sowie dem operativen Geschäftsführer, Herrn Frank Schmidt, erhielt der SPD-Landtagsabgeordnete für Andernach, Mendig und Pellenz einen detaillierten Einblick in die Strukturen und Prozesse der Agentur. Außerdem informierte die Geschäftsleitung über die Beschäftigung in den einzelnen Branchen, Arbeitslosigkeit und demografische Entwicklungen sowie deren Auswirkungen auf den regionalen Arbeitsmarkt.
„Derzeit sind im Bereich der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen 176.000 Menschen in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen. Hinzu kommen noch einmal rund 54.000 Menschen in geringfügig entlohnter Beschäftigung, die einem sogenannten 450-Euro-Job nachgehen. Diese Zahl hat sich seit Beginn des Jahrzehnts deutlich erhöht. Hier wollen wir als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Land und Bund entgegenwirken. Die Möglichkeit der Minijobs darf nicht dazu führen, dass zunehmend reguläre, sozialversicherungspflichtige Normalarbeitsverhältnisse verdrängt werden. Kurz gesagt, wir Sozialdemokraten wollen die Normalarbeit stärken und gleichzeitig Leiharbeit und Minijobs eindämmen“, so Ruland.
Auffällig schien auch im Bereich Koblenz-Mayen der überdurchschnittlich hohe Anteil von Frauen am Gesamtvolumen geringfügiger Beschäftigung. Dieser sei mit rund 34.000 Frauen gegenüber ca. 20.000 Männern deutlich stärker ausgeprägt. „Die geringfügige Beschäftigung von Frauen führt zu einem in der Regel niedrigeren Erwerbseinkommen, was sich letztlich bis zur Höhe eines späteren Renteneinkommens bemerkbar macht. Auch hier gilt es entsprechende politische Maßnahmen zu ergreifen“, so Ruland. „Ein wichtiger Schritt für uns ist es, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch in Zukunft weiterhin auszubauen.“
Im Gespräch betonte die Arbeitsagentur die gute Zusammenarbeit mit Amazon. „Amazon bietet vielen Menschen aus unserer Region eine Beschäftigungschance, die es ansonsten schwer haben auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“, sagt Schmidt. Auch für den weiteren Ausbau des Standortes sehe die Arbeitsagentur realistische Möglichkeiten, den Bedarf mit heimischen Arbeitskräften decken zu können und auf Leiharbeiter und Arbeitskräfte aus dem Ausland verzichten zu können.